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Ich habe nein gesagt

Roman

Droemer, 2001

 

Alles ist ok, und nichts ist in Ordnung: Werner ist Automechaniker. Doris Verkäuferin, die kleine Tanja ihr Glück. Sie haben ihr Auskommen, doch Doris will mehr – Zärtlichkeit, Verständnis, ein bisschen Spaß. Die Streitereien nehmen zu, und nach einem Seitensprung muss Doris die Folgen tragen: Werner schlägt sie brutal und vergewaltigt seine Frau.

Das Leben danach? Doris ringt sich durch, ihren Mann anzuzeigen - und das lässt ihre Umgebung sie büßen. Wird sie vor Gericht tatsächlich gegen ihren Mann aussagen?

Der Roman eines mutigen Aufbegehrens – fesselnd, bestürzend, lebensnah.

 

Kritiken

 

„Schoenles Geschichte lässt keine einfache Parteinahme zu. Sie erzählt, wie Gewalt in einer scheinbar gewöhnlichen Beziehung ausbrechen kann ... und davon, wie hoffnungslos unterschiedlich Frauen und Männer empfinden, wenn es mit der Liebe zu Ende geht."
„Der Roman hat noch mehr Tiefenschärfe als der gleichfalls beklemmende Film."

 

zum vollständigen Artikel "Ein heikler Fall" in DER SPIEGEL, Heft 37/2001

 

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Dieses Buch geht über den Begriff „Unterhaltungsliteratur" hinaus, mit dem die Autorin Annemarie Schoenle üblicherweise etikettiert wird. Ihr neuer, soeben in den Handel gekommener Roman „ich habe nein gesagt" thematisiert ein Tabu: Vergewaltigung in der Ehe. Sicherlich erinnern sich noch viele an die sehr zwiespältigen politischen Debatten, die der Einfügung dieses Straftatbestands in das Gesetzbuch vorangingen. Ihr Roman, nach dem gleichnamigen Fernsehfilm entstanden (sonst pflegt die Abfolge umgekehrt zu sein), beschreibt die quälende Erosion einer Ehe. ... Annemarie Schoenle erzählt in ihrem beklemmenden Buch vom langsamen, aber unaufhaltsamen Tod einer Liebe in einer normalen Gesellschaft mit normalen Menschen. Sie schildert die Nöte, Ängste, die Vereinsamung, die Selbstvorwürfe, die sich aus der Situation nahezu zwangsläufig ergeben. ... Ein wichtiges Buch, das von der Schwierigkeit der Liebe und des Umgangs miteinander erzählt.

Neue Westfälische vom 22.09.2001

 

 

Lesermeinungen:



Ich hatte mir dieses Buch rein zufällig aus der Bibliothek entliehen und kannte auch den dazugehörigen Film nicht. Ich begann abends nach der Arbeit mit dem Lesen... und hörte es auf, als ich es durch hatte. Dieses Buch ist so gefühls- und lebensnah geschrieben, dass es unter die Haut geht. Alles weitere beschreibt die hier angezeigte Spiegel-Rezension so treffend, dass ich dem nichts hinzufügen kann und möchte. Nur soviel: Das Buch beinhaltet sicherlich keine leichte, dafür aber eine um so wichtigere Kost.

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Ein absolut ergreifendes Drama, das vor allem die schrecklichen seelischen Folgen aufzeigt, die eine missbrauchte, von ihrem eigenen Ehemann vergewaltigte Frau durchleben muss! Nicht die körperlichen Folgen sind am schmerzhaftesten, die vergehen wieder; es sind die psychischen Folgen, die teils lebenslange Narben hinterlassen!

Ein überaus realistisches und ergreifendes Buch, das schonungslos das wichtige Thema des Missbrauchs in der Ehe aufgreift und deutlich macht, dass das Opfer vor allem die Hilfe der ihm nahestehenden Personen dringend benötigt. Leider ist dies auch heutzutage immer noch viel zu selten der Fall.

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