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Eine ungehorsame Frau

Roman

Droemer, 1994

 

Der Roman erzählt die Geschichte von Marlene Schubert. Sie beginnt in den siebziger Jahren und endet in den Neunzigern. Geschildert wird Marlenes beruflicher wie privater Aufstieg vom jungen, angepassten Mädchen zur selbstbewussten Karrierefrau und ihr mühsamer Weg durch das Dickicht männlicher und weiblicher Vorurteile.

 

 

 

Kritiken

 

Dieser Roman spielt in der Gegenwart. Man soll's nicht glauben - aber es ist sehr glaubwürdig erzählt: Marlene fällt zu Hause die Decke auf den Kopf, doch ihr Mann will nicht, dass sie berufstätig wird. Die junge Mutter boxt sich trotzdem energisch zur Karrierefrau durch. Auch wenn es manchmal Rückschläge gibt - auf keinen Fall würde sie ihr neues Leben gegen das alte tauschen wollen. Die Konflikte sind realitätsnah und spannend dargestellt - inklusive einer guten Portion Liebe!

VITAL, 12/1995

 

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Frauenpower. Scharfzüngig und couragiert - ein engagierter Frauenroman, ganz ohne Selbstmitleid.

Fränkische Nachrichten, 14.11.1996

 

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Eine nette und natürlich gehorsame Frau soll Marlene, mit achtzehn bereits schwanger, nach dem Wunsch ihrer Eltern und ihres Mannes werden. Doch schon nach kurzer Zeit am heimischen Herd pfeift sie auf Gehorsam. Gegen den Willen ihres Ehemanns Bernhard bewirbt sie sich um die Stelle der Empfangsdame in einem Verlag und kurze Zeit später lässt sie sich scheiden. Obwohl sie den Glauben an die Ehe schon fast verloren hat, heiratet sie noch einmal - den politisch engagierten Studenten Niklas. Aber auch mit ihm erleidet sie Schiffbruch.

Mehr Glück hingegen hat sie mit ihrer beruflichen Karriere, denn Stufe für Stufe steigt sie die Karriereleiter empor, bis sie schließlich eine gehobene Position im Verlag einnimmt. Doch auch im Beruf läuft für Marlene nicht alles reibungslos...

„Eine ungehorsame Frau" von Annemarie Schoenle ist ein wirklich gut geschriebenes und lesenswertes Buch über eine ungewöhnliche Frau mit einer ungewöhnlichen, aber keinesfalls unrealistischen, Karriere. Ein Buch, das Frauen und Männer unbedingt lesen sollten! 10/95

 

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Ein wahrer Lesegenuss ist das Buch „Eine ungehorsame Frau" von Annemarie Schoenle. Marlene ist jene Sorte Frau, die alte Rollenmuster über Bord geschmissen, ihren eigenen Kopf hat und eigene Wege gegangen ist. Freilich mit Hindernissen. Denn zunächst wollten ihre Eltern aus ihr ein nettes, braves Mädchen machen, das mal einen ebenso netten und rechtschaffenen Mann heiratet. Mit 18 Jahren wird Marlene ungewollt schwanger und heiratet. Als sie dann im Hafen der Ehe eingelaufen ist, findet auch ihr Mann, sie soll am allerbesten ihr Heil im Ausprobieren außergewöhnlicher Kochrezepte finden. Das ödet sie an und sie setzt alles dran, eine Arbeitsstelle zu finden. Die bekommt sie bei einem Verlag. Flugs reicht sie die Scheidung ein. Ab da geht es ihr besser. Aber das Solo-Leben ist auch nicht gerade die Erfüllung und so probiert es Marlene noch einmal. Sie ehelicht den politisch engagierten Studenten Niklas. Nach vielen zermürbenden Diskussionen geht auch dieses Paar seine getrennten Wege. Wie's so ist. Marlene stürzt sich in die Arbeit und kommt dabei ganz schön weit nach oben. Doch so leicht ist es nicht, wie es sich anhört. Die ups and downs einer selbständigen Frau ist die Geschichte von Marlene und vieler, vieler anderer Frauen. Ein Buch auch für Männer.

Radio 7,1, Bücherkiste, 18.02.1995

 

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Seit Wochen hockt in Marlene der Satz: Ich schaffe es, und wenn alles um mich herum zugrunde geht. Da ist sie gerade Mitte zwanzig, denkt an Scheidung, möchte sich auf eigene Füße stellen, aber Bernhard will sie mit einer ungewollten Schwangerschaft an sich binden. Der Mann droht mit allen Mitteln, doch Marlene geht unbeirrt ihren Weg. Sie wird ihr Ziel erreichen, aber ihre Lebenslandschaft wird, 15 Jahre später, auch schmerzliche Trümmer aufweisen.

Emanzipation ist kein Kinderspiel, sondern ein Kampf auf Leben und Tod - möchte man vorschnell dem Roman Annemarie Schoenles als Fazit entnehmen. Doch so einfach geht die Rechnung nicht auf, denn das Buch dieser Autorin; die als rares Talent für freche, witzige Stoffe gilt, gehorcht keinem glatten Strickmuster. Emanzipation beschert zwar ihren Frauen mitunter schlaflose Nächte und rasendes Herzklopfen, aber auch neue Impulse und einen enormen Erfahrungszuwachs. Ehrgeiz wird nicht verteufelt, aber auch nicht uneingeschränkt bejaht. Marlenes Tochter etwa meldet ihre Zweifel an, und auch die Leserschaft wird keine eindeutige Antwort finden. Gerade in dieser schwebenden Offenheit siedelt sich eine der Erzählqualitäten dieses Buches an. So sind auch die Männer nicht nur Scheusale, sondern mitunter zartfühlend, hilfsbereit und verständnisvoll; Frauen dagegen agieren nicht einzig als Männerhasserinnen, antworten nicht bloß scharfzüngig, wenn es um ihre Sache geht, sondern spüren in entscheidenden Momenten auch Verständnis für das andere Geschlecht. Gleichwohl denkt und handelt die Hauptakteurin Marlene, die in einem Münchner Verlagshaus die Karriereleiter hochsteigt, in einer beispielhaften Kompromisslosigkeit und kann es doch nicht verhindern, dass sie auf der obersten Sprosse aus eigenem Verschulden beinahe wieder in die Tiefe gestürzt wird. Ihren unbesiegbaren Mut mag man bewundern, aber nicht ohne weiteres wird man diese Frau auch lieben können.

Annemarie Schoenle erzählt überaus spannend und temporeich, ihre Dialoge sind brillant gesetzt, der Scharfsinn ihrer Argumentation bestechend. Allerdings überzeugen nicht alle Entwicklungsphasen Marlenes mit derselben psychologischen Stringenz, und auch die Stillage gerät ins Schwanken, wenn es z. B. im Finale von einem Mann heißt: „Er hatte in der Tat den knackigsten Hintern der ganzen Firma."

Solche Anmerkungen gehören vielleicht in den Softpornobereich der Managerin Marlene, aber nicht in ein Buch, das sich über manche Strecken hinweg durchaus ernsthaft mit der Befindlichkeit moderner Frauen zwischen Haus- und Berufsarbeit auseinandersetzen möchte und dabei so manches Vorurteil entlarvt.

Der kleine Bund, 21.01.1995

 

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Frauenpower
Sie hat es satt, sich dauernd nach anderen zu richten. Marlene wird „Eine ungehorsame Frau". Scharfzüngig und couragiert kämpft sie sich durch das Dickicht männlicher und weiblicher Vorurteile nach oben. Annemarie Schoenle ist ein engagierter Frauenroman gelungen, ganz ohne Selbstmitleid.

COSMOPOLITAN, 8/94

 

 

Lesermeinungen

 

Marlene, jung und unerfahren, wird schwanger und lässt sich in eine Ehe pressen, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt scheint. Ihr Mann unterdrückt jegliche Form der Selbstbestimmung und ist mehr an einem "Heimchen am Herd" als an einer selbständigen Frau interessiert. Doch die Hauptakteurin geht ihren Weg gegen alle Widerstände und schafft es, Erfolg und Funktion Mutter zu vereinen, auch wenn der Weg dorthin dornenreich und mit so mancher Niederlage gepflastert ist. Der Roman ist überaus witzig geschrieben und verfügt über einen hervorragenden Schreibstil, der sich deutlich von dem anderer dieses Genres unterscheidet und die Besonderheit des Romans ausmacht. Kleine inhaltliche Unebenheiten werden damit mehr als kompensiert. Kurzweilig.

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Auf humorvolle und lockere Art erzählt die Autorin die Geschichte einer jungen Frau, die, unzufrieden mit ihrem Leben, sich den Weg frei boxt und zum "Karriereweib" wird. Nebenbei erlebt man das Scheitern ihrer ersten Ehe und ihre Kraft, sich nicht unterkriegen zu lassen. Der Leser erfährt, wie sie wächst und sich noch einmal aus den Wirrungen ihrer nächsten Partnerschaft befreit. Dann endlich hat man das Gefühl, aus diesem jungen, naiven Mädchen ist eine erwachsene und reife Frau geworden, die weiß, was sie will: Erfolg.

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